Geldwäsche im Internet

Okt. 02, 2020

Ein Schülerblog von Richard Krikler und Julian Singer.

Die Nutzung des Internets hat sich in den letzten Jahren enorm gesteigert, so auch die Kriminalität im Internet. Immer mehr fallen auf die Tricks der Betrüger hinein und werden zum Beispiel für die Geldwäsche ausgenutzt. Es bedarf einer Aufklärung, damit weitere Fälle vermieden werden können.

Was ist Geldwäsche?

Fast jede kriminelle Aktivität hat das Ziel Profit zu generieren. Dabei spielt die Geldwäsche eine wesentliche Rolle, denn damit versucht der Straftäter die Herkunft und die Existenz von Geld aus illegalen Transaktionen zu verstecken und es dann folglich wieder in den Wirtschaftskreislauf einzubringen.

Die Geldwäscherei als auch die Terrorismusfinanzierung sind daher auch in Österreich unter Strafe gestellt (§§ 165 und 278d Strafgesetzbuch).

Es gibt viele verschiedene Herangehensweisen das illegal erworbene Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf einzubringen. Grundsätzlich kann man aber den Vorgang in drei Phasen einteilen.

In der ersten Phase wird versucht das Geld wieder zu Buchgeld zu machen. Dies kann beispielsweise in Kasinos, in Wechselstuben oder in Restaurants vor sich gehen. Es kann also zum Beispiel ein Restaurant betrieben werden, welches nur 5 bis 10 Besucher pro Abend hat. Das Geld, das dabei herauskommt, reicht natürlich bei weitem nicht, um einen Profit zu haben. Trotzdem gab es am Ende des Monats mehrere 10.000 Euro Umsatz. Dabei wurde also legales und illegales Geld miteinander vermischt und wieder zu Buchgeld gemacht. Diese Art der Umwandlung ist sehr offensichtlich und wird dem Finanzministerium wahrscheinlich auch schnell auffallen, denn dieses prüft auch den Wareneinsatz. Diese Methode reicht allerdings bei weniger stark regulierten Ländern, um kleinere Geldbeträge umzuwandeln.

Es gibt aber auch komplexere Varianten, wie zum Beispiel das in Rechnung stellen von Dienstleistungen, bei einer Scheinfirma im Ausland. Dadurch ist der Nachweis von Geldwäsche nur schwer erreichbar.

Bei der zweiten Phase, dem Layering, wird versucht den Belegpfand zu durchbrechen, das Geld zu anonymisieren und die Zurückverfolgung für Außenstehende so gut wie unmöglich zu machen. Um dies, zu ermöglichen, wird das Geld mit komplizierten Transaktionen über mehrere länderübergreifenden Bankkonti transferiert. Dabei können auch Scheinfirmen, Drittpersonen, aber auch Anwälte und Notare involviert sein.

Bei der dritten und letzten Phase, der Integrationsphase bzw. Recyclingphase, kommt das Geld wieder in den regulären Wirtschaftskreislauf. Dafür wird das Geld in Aktivitäten, welche einen hohen Bargeldaufwand haben, investiert. Dazu gehören wieder zum Beispiel Kasinos, Restaurants oder Wechselstuben. Seit neuerstem wird aber auch in Pharmazie- und Chemielabore investiert, um dort wiederum Drogen zu produzieren.

Money Laundering im Internet

Bei der Geldwäsche im Internet werden einfache Bürger angeworben, um sie dann ungeahnt zur Geldwäsche zu bringen. Dabei werden die Opfer durch E-Mails oder Online-Anzeigen mit unseriösen Angeboten angelockt. Ein Beispiel dafür wäre: „Sie brauchen nur ein Konto – und könnten "Geld verdienen wie im Schlaf"“. Wer darauf hineinfällt wird zu einem sogenannten Finanzagent und hilft illegal erworbenes Geld wieder zu Bargeld zu machen.

Es werden zum Beispiel Ebay-Konten von Kriminellen gehackt, bei denen dann Kaufanzeigen für teure Wertgegenstände eingebracht werden. Die Käufer überweisen dann das verlangte Geld an die angeworbenen Bürger. Schlussendlich holen sich diese dann das Geld Bar von ihrem Konto und geben es gegen eine Provision den eigentlichen Straftätern. Die vom Käufer bezahlte Ware kommt dann am Ende nie bei ihm an.

Die Hauptzielgruppen der Kriminellen liegen bei Senioren und bei sozial Schwachen, aber eigentlich jeder der ein Bankkonto besitzt. Es kommt auch immer häufiger vor, dass auf Partnerschaftsportalen leichtgläubige einsame Menschen in eine Scheinbeziehung kommen und dann ausgenutzt werden. In letzter Zeit ist eine weitere Zielgruppe dazugekommen, nämlich Flüchtlinge. Diese werden als Geldwäscher angeworben, wissen aber nicht dass, das was sie tun strafbar ist und sie somit ihren Asylanspruch verlieren könnten.

Die Finanzagenten fliegen innerhalb kürzester Zeit auf, denn die Staatsanwaltschaft kann die Zahlungen auf ihre Konten relativ leicht zurückverfolgen. Gefunden werden die Agenten, durch die Software, die von Banken verwendet wird. Dabei werden Auffällige Überweisungen und Abbuchungen erkannt. Ein Beispiel dafür wäre ein Arbeitsloser, der mehrmals im Monat Geld überwiesen bekommt und sofort wieder abhebt.

Es wird von der Staatsanwaltschaft zwischen „leichtfertigen“ Geldwäschern und „gierigen“ oder „vertrauensvollen“ Geldwäschern unterschieden. Leichtfertige Geldwäscher sind eben die angeworbenen Finanzagenten. Dabei geht es um Summen, die nicht über die 5000€ gehen. Die Vertrauensvollen Geldwäscher arbeiten professionell mit osteuropäischen und russischen Banden zusammen. Hier geht es allerdings auch um bis zu sechsstelligen Beträgen. Wenn es also eine Provision von ca. 10% für den Agenten gibt, kann dieser mehrere Zehntausend Euro verdienen.

Krypto-Branche

Picture 3


Nachdem es bereits über 1.600 Kryptowährungen gibt, wird es für Nutzer und Investoren immer schwieriger, das Risiko einer Investition einzuschätzen. Durch die blitzartige Entwicklung entstehen Sicherheitslücken, die die Financial Action Task Force (FATF) mit der Einführung eines einheitlichen Regelwerks für Transaktionen mit Kryptowährungen zu unterbinden versucht.

Zurzeit wird der Handel mit Kryptowährungen von den einzelnen Staaten kontrolliert, was jedoch eine schwache Überwachung und undurchschaubare Exchanges zufolge hat. Es ist leichter diese anonym und unerkannt durchzuführen, und die möglicherweise illegale Herkunft zu verbergen, als mit Bargeld. Die Regierungen versuchen die Lücken so schnell wie möglich zu schließen, zum Beispiel durch einen kompletten Identitätsnachweis mit dem Upload eines Passes und einem Adressnachweis auf die Handelsplattform zur Identifizierung jedes Nutzers mithilfe der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Dazu sind die Plattformen verpflichtet Verdachte auf Geldwäsche zu kontrollieren und den staatlichen Behörden zu melden. Außerdem sind meistens die Blockchains (Datenblöcke) vollkommen transparent, sodass die Transaktionen bis zum Mining zurückverfolgt werden können. Die Folge davon ist, dass die meisten Kriminellen Handel im schwerer verfolgbaren Dark-Net, statt auf anerkannten Handelsplattformen durchführen. Die Rückverfolgung der Blockchains ist vermutlich die beste, aber auch einzige Möglichkeit Transaktionen mit Kryptowährungen zu überwachen, da es nicht möglich ist,eine Art Bank als zentral verwaltende Stelle einzurichten.

Um keinen Verdacht auf Geldwäsche zu erregen investieren Geldwäscher eine große Menge Geld in Kryptowährungs-Systeme auf mehreren Handelsplattformen, um sie im Anschluss wieder in gesetzliche Zahlungsmittel umzusetzen. Dieser Tausch ist weltweit möglich und kann sogar zwischen Privatleuten gegen Bargeld erfolgen. Weiters gibt es spezielle Anonymisierungsdienste, um die Rückverfolgung zu verhindern. Durch sogenannte Mixer werden Kryptowährungen von verschiedenen Nutzern vermischt und an neue Adressen in unterschiedlichen Zeitabständen ausgezahlt.

Die FATF soll in Zukunft ein einheitliches Niveau für die Überwachung von Transaktionen mit Kryptowährungen einführen. Der Handel wird nur mit einer staatlichen Lizenz uneingeschränkt möglich sein und die Identifikation der Nutzer wird gesetzlich festgelegt werden.


Quellen