Big Data – Teil 2

Big Data - Teil 2 Es gibt viele Studien, welche zu dem Ergebnis gekommen sind, dass sich aus den von Nutzern im Internet geteilten Inhalten oft hoch sensible Daten extrahiert werden können. Dieses Thema wird besonders sensibel, wenn man überlegt, dass auch Staaten Big Data verwenden können.

Blogautor: Let’s Catch Vuca Technikleitung – Fabio Anzola

Kritik
Wie bei jeder Technologie gibt es trotz aller Vorteile und Arbeitsabnahme große
Kritik.

Sehr beispielhaft kann man die Aussage der US-Amerikanischen
Wirtschaftswissenschaftlerin Shoshana Zuboff nehmen. Ihre Aussage prägte im
Zusammenhang mit der Sammlung von personenbezogenen Daten durch Internetkonzerne
wie Google und Facebook den Begriff „Überwachungskapitalismus“. Sie sieht darin
eine Mutation des Industriekapitalismus, der die private menschliche Erfahrung
(Stichwort: Privatsphäre) als frei verfügbares Rohmaterial für die
kapitalistische Produktion und den Warenaustausch hält und der die
Errungenschaften der Digitalen Revolution zur Überwachung, Speicherung,
Manipulation und Vorhersage menschlichen Verhaltens nutzt. Sie befürwortet daher
auch die Zerschlagung derartiger Datenmonopole und Konzerne mit dem Ziel, solche
zu schaffen. Sie hat darüber auch ein Busch verfasst „Das Zeitalter des
Überwachungskapitalismus“ welches im Jahr 2018 in Deutscher Verfassung
veröffentlicht wurde.

Es gibt viele Studien, welche zu dem Ergebnis gekommen sind, dass sich aus den
von Nutzern im Internet geteilten Inhalten oft hoch sensible Daten extrahiert
werden können. Dieses Thema wird besonders sensibel, wenn man überlegt, dass
auch Staaten Big Data verwenden können (Stichwort: Sozialkredit-System in
China).

Datenschutz
Datenschutz – ein Thema welches heutzutage in vollem Munde ist. Viele können es
schon nicht mehr hören. Doch auch hier spielt Datenschutz eine wirklich große
Rolle.

Beispielsweise hat der Datenwissenschaftler Andreas Dewes bei einer Untersuchung
gezeigt, dass man anonymisierte Daten, wie man sich von Google, Facebook & co.
kaufen kann, leicht wieder entschlüsseln und den Personen wieder zugeordnet
werden können. Im Rahmen seiner Untersuchungen hat er die von Werbeunternehmen
gekauften, angeblich anonymisierten Daten von ca. 3 Millionen Deutschen wieder
zuordnen können. Darunter waren Personen des Deutschen Bundestags,
Landesparlaments, sowie Richter und Polizeibeamter. In einem Kommentar betonte
der Europäische Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli im März 2013, dass
persönliche Daten keine Ware seien.

(Unzureichende-) Regulierung
Vor allem bei personenbezogenen Daten stellt sich die Frage, wem diese Daten im
Endeffekt gehören, wer sie ausgeben darf und auch wer ihre Nutzung kontrolliert.
Eine Darstellung der Europäischen DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) dazu würde
den Rahmen dieses Beitrags wohl doch sprengen.
Die Skepsis gegenüber der derzeitigen Regulierung ist jedoch sehr hoch.

Armin Grunwald, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und
Systemanalyse (ITAS) in Karlsruhe, äußerte sich so: „… es habe zu keiner Zeit in
der Menschheitsgeschichte ´derart gute Bedingungen für eine totalitäre Diktatur´
gegeben wie heute…“

Grundlagen für die Auswertung
Ein weiterer großer Kritikpunkt beim Thema Big Data ist, dass die Grundlage für
die Auswertung von Big Data sehr mangelhaft ist. Beispielsweise geht man bei der
Auswertung praktisch ausschließlich nach technischen Aspekten. Er wird also
meistens einfach der technisch einfachste Weg gewählt und Statistische Methoden
wie die repräsentative Stichprobe absolut vernachlässigt.

Viele Forscher kritisieren die heutigen „positiven Vorurteile“ von Big Data.
Folgende sind die häufigsten Kritikpunkte: (Quelle
[https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Data#Mangelhafte_Grundlage_für_Auswertungen]
– verändert)
· Größere Datenmengen müssten nicht qualitativ bessere Daten sein
· Nicht alle Daten seien gleichermaßen wertvoll
· „Was“ und „Warum“ seien zwei unterschiedliche Fragen
· Bei Interpretationen sei große Vorsicht geboten
· Viele Daten sind, obwohl sie verfügbar sind, nicht ethisch vertretbar

Ein Beispiel: Es ist bewiesen, dass ein Mensch nicht mehr als 150 Freundschaften
pflegen kann. Doch trotzdem haben einige auf Plattformen wie Facebook deutlich
mehr „Freunde“. Man würde sicherlich nicht alle seine Facebook-Freunde bei einer
Befragung nennen… Hier wird also das Wort „Freunde“ für einen eigentlich ganz
anderen Zweck missbraucht und signalisiert. „Freund“ steht auf den meisten
Sozialen Netzwerken lediglich für eine Kommunikationsbereitschaft und nicht eine
echte „Freundschaft“. Dies nur als Beispiel wie die Bedeutung von Daten gedreht
werden können.

Der Hype
Heutzutage wird der Begriff „Big Data“ oft auch dann verwendet, wenn die Daten
weder groß noch komplex noch sich schnell verändern (3-V Modell) und damit
eigentlich dem Modell für Big Data gar nicht entspricht, sondern im Endeffekt
durch übliche Techniken ohne Probleme verarbeitet werden können. Dadurch wird
dieser Begriff immer mehr zu einem aussagelosen Marketingbegriff. Dadurch wird
Big Data womöglich in den nächsten Jahren wieder eine starke Abwertung erfahren.
(Stichwort Hype-Zyklus)

Quellen
www.whishworks.com/blog/big-data/understanding-the-3-vs-of-big-data-volume-velocity-and-variety

www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/menschheitsgeschichte-das-experiment-sind-wir-a-1199596.html

www.deutschlandfunk.de/digitalisierung-smarte-welten-im-kapitalismus-2-0.1170.de.html?dram:article_id=364385

www.sas.com/de_de/insights/big-data/what-is-big-data.html

de.wikipedia.org/wiki/Big_Data
[https://de.wikipedia.org/wiki/Big_Data#Kritik]

de.wikipedia.org/wiki/Datenschutz-Grundverordnung

www.geeksforgeeks.org/5-vs-of-big-data/

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