Hantavirusausbruch 

Ein Blog von Nikola Cajic

Am 1. April 2026 verließ die Hondius den Hafen von Ushuaia in Argentinien zu einer Atlantikreise, die unter anderem die Antarktis und abgelegene Inseln des Südatlantiks umfassen sollte. Bereits zu diesem Zeitpunkt befand sich der Erreger offenbar an Bord. Am 11. April verstarb ein Passagier am Andes-Virus; seine Ehefrau erlag der Infektion kurz darauf in einem Krankenhaus in Johannesburg. Ein dritter Passagier verlor ebenfalls sein Leben. Die WHO bestätigte insgesamt sechs laborbestätigte Fälle sowie zwei Verdachtsfälle.  

Besonders brisant war die Frage der Infektionsquelle. Argentinische Gesundheitsbehörden veröffentlichten einen Bericht über die Bewegungen des Indexpatienten, eines niederländischen Staatsbürgers, der sich zuvor auf einer viermonatigen Reise durch Chile, Uruguay und Argentinien befunden hatte und erst vier Tage vor der Abfahrt zurückgekehrt war. Der genaue Infektionsort bleibt bis dato ungeklärt. Der Ausbruch fügt sich jedoch in ein besorgniserregendes regionales Muster: Argentinien verzeichnet seit Juni 2025 etwa doppelt so viele Hantavirus-Fälle wie im Vorjahreszeitraum. Fachleute vermuten den Klimawandel sowie verstärkten Kontakt zwischen Menschen und infizierten Nagetieren als Ursache.  

Erschwerend kam hinzu, dass das Schiff medizinisch völlig unzureichend ausgestattet war. Die Hondius verfügte lediglich über eine kleine Bordklinik ohne Beatmungsgeräte oder diagnostische Geräte für schwere Atemwegserkrankungen, ein einziger Schiffsarzt war für über 200 Personen zuständig. Ende April war dieser Schiffsarzt selbst erkrankt, sodass schließlich ein mitreisender Passagier, der von Beruf Arzt war, die medizinische Versorgung der übrigen Passagiere übernahm. 

Die Evakuierung 

Die Entscheidung, das Schiff auf den Kanarischen Inseln anlanden zu lassen, war politisch nicht unumstritten. Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, hatte zunächst Einwände gegen die Ankunft erhoben und auf mögliche Risiken für die Inselbevölkerung hingewiesen. Spanien genehmigte die Einfahrt dennoch unter strikten Sicherheitsauflagen und die WHO stellte klar, dass kein nennenswertes Risiko für die lokale Bevölkerung bestehe. Die Passagiere wurden schrittweise per Boot an Land und in isolierten Bussen zum Flughafen gebracht, um in ihre Heimatländer ausgeflogen zu werden. Dreißig Besatzungsmitglieder verblieben an Bord, um das Schiff zur Desinfektion in die Niederlande zu überführen. 

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