Internet in Österreich und EU

Ein Schülerblog von Bernhard Hösch.

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Warum ist das Glasfasernetz so klein und die Expansion so langsam?
Die österreichischen PolitikerInnen versichern uns ständig mit Hilfe von
Schlagwörtern wie „5G“, „Breitband-Milliarden“ oder „digitale Roadmap“, dass sie
sich voll und ganz für den Ausbau der heimischen Internet-Infrastruktur
engagieren. Dies lässt die BürgerInnen im Glauben, dass das Land auf dem besten
Weg sei, sich der internationalen Elite in Bezug auf Bandbreiten anzuschließen.
Doch die Fakten und Statistiken beweisen das enttäuschende Gegenteil. Laut dem
Speedtest ‘Global Index’ belegt Österreich mit einer durchschnittlichen
Internetgeschwindigkeit von 58,05 Megabit pro Sekunde den 55. Platz im
Festnetz-Internet weltweit.

Jedoch belegen wir mit 52,67 Mbit/s den 18.Platz im Bereich des mobilen
Internets. Erschütternd sind aber die Angaben des FTTH Council Europe, welches
besagt, dass Österreich in Bezug auf die Glasfasererweiterung an letzter Stelle
in Europa liegt. Nur 1,9 Prozent der inländischen Haushalte und Unternehmen
nutzen eine Glasfaserverbindung, die sich in das Haus oder zumindest in das
Gebäude erstreckt. Obwohl die „Breitband-Milliarde“ bereits 2013 begann und das
Budget schon fast aufgebraucht ist, merkt man im Moment kaum etwas von einem
Erfolg bei der Beschleunigung der Internetgeschwindigkeit.

Abbildung 1: Karte zur Downloadrate über das Festnetz in Österreich

Abbildung 2: Karte zur Downloadrate über das Mobilnetz in ÖsterreichDie
Unzuverlässigkeit ist ein Problem
Stell dir vor, du schaust gerade ein Video deines Lieblings-Youtubers an, und
plötzlich friert das Bild ein und eine nicht enden wollende Ladeleiste
erscheint. Dies ist sehr frustrierend und tritt bei konstant schlechtem Internet
dauerhaft auf. Noch schlimmer ist dies, wenn man im Fernunterricht einem über
Videocall geschaltetem Unterricht beitritt und man dann aber aufgrund der
schlechten Verbindung niemanden erkennen oder gar verstehen kann. Martin
Puaschitz, Vorsitzender der UBIT-Fachgruppe (zu der auch lokale
Internetunternehmer gehören) der Handelskammer Wien, meint: “Wenn ich Dienste im
Internet anbiete und aus irgendeinem Grund nicht genügend Bandbreite vorhanden
ist, damit diese Dienste zuverlässig funktionieren, habe ich ein brillantes
Problem.”

Abbildung 3: Statistik zum Ausbaugrad bei Glasfaseranschlüssen bis zur Wohnung
Europäischer LänderHohe Kosten verhindern den Ausbau
Die geringe Ausweitung der Glasfaser behindert somit auch die heimische
Internetwirtschaft. Doch warum ist Österreich so träge, was das Verlegen jener
leistungsstarken Leitungen betrifft, die sowohl Basis für schnelle
Festnetz-Anschlüsse als auch schnelles mobiles Internet sind?

Der Grund für das Scheitern sind grundlegend Probleme wie zum Beispiel, dass 60
bis 80 Prozent der Kosten beim Bauen von Glasfaserleitungen, Grabungskosten
sind. Alles in allem sind dies hohe Kosten für die Telekommunikationsbranche.”

Obwohl es für Telekommunikationsunternehmen in der Regel wirtschaftlich
vertretbar ist, für mehrere hundert Euro Verbindungen zu Haushalten
herzustellen, verschlingt eine neue Glasfaserverbindung Tausende von Euro. Die
in Frage kommenden Unternehmen sind oft nicht bereit, diese Beträge zu
investieren. Stattdessen wird versucht, neue Technologien einzusetzen, um die
vorhandenen langsamen Kupfer-Telefonleitungen optimal zu nutzen.
“Breitbandkapazität ist ein Infrastrukturproblem. Man kann es nicht durch ein
Upgrade der Telefonnetzwerke lösen. Man kann es nur unter Kontrolle bringen,
wenn man Glasfaser ins Haus bringt.”

Kein 5G ohne Glasfaser
Der Grund für das bessere Abschneiden Österreichs mit dem mobilen Internet, ist
auf einen glücklichen Umstand zurückzuführen. Österreich war für viele
Mobilfunkanbieter eine Testregion, in der alles ausprobiert wurde. Aufgrund
dessen wurden in Österreich mehr Basisstationen eingerichtet und
Mobilfunklizenzen günstiger ausgestellt als in anderen Ländern. Neue
Mobilfunkstandards wie LTE (4G) und 5G sind aber ohne Anschluss an das
Glasfasernetz nicht möglich. Kupferleitungen und Funkverbindungen haben den
Datenverkehr vor 15 Jahren problemlos abgewickelt. Damals dachte man aber auch
nicht daran, dass die Kapazitäten dieser Technologien jedoch in Zukunft nicht
mehr ausreichen werden.

“Die Länder, die ihr Glasfasernetz bisher gut ausgebaut haben, werden auch
5G-Pioniere sein”, prognostiziert der Experte. Am Ende der Tabelle steht
Österreich vor großen Herausforderungen. “Das 5G-Versprechen von 1 Gigabit pro
Sekunde kann nur mit einer Glasfaserverbindung erreicht werden. Wenn Sie sich 5G
als besseres 4G vorstellen, werden wir es tun, aber mit einem echten 5G-Netzwerk
wird es schwieriger.”

Somit kann man leider nur warten und hoffen, dass Österreich sich in Zukunft
beim Ausbau des Glasfaser und des Mobilnetzes mehr anstrengt und mehr Wert auf
das Problem des schlechten Internets legt.

Quellen:
* www.derstandard.at/story/2000107168061/oesterreich-bekommt-flaechendeckend-gigabit-internet-im-jahr-2030
* futurezone.at/netzpolitik/warum-ist-oesterreich-bei-internetbandbreiten-dermassen-schlecht/400963466

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