Pariser Klimaabkommen und Österreich

Ein Blog von Marlene Reder

Pariser Klimaabkommen, dieser Begriff ist sicher einigen bekannt, aber worum es dabei genau geht, ist den meisten nicht so geläufig. Nach diesem Blogeintrag sollten die Fragen „Was ist das genau?“, „Worum geht es dabei?“ und „Was hat Österreich damit zu tun?“ mit Leichtigkeit zu beantworten sein.

Vorgeschichte

Bevor wir uns dem Pariser Klimaabkommen widmen, zuerst eine kleine Vorgeschichte.

Es wurde schon durch mehrere wissenschaftlichen Studien bewiesen, dass ein Großteil des Klimawandels dem Menschen geschuldet ist und, dass wir etwas dagegen tun müssen oder es die Erde nicht mehr geben wird, wie wir sie heute kennen. Diese Veränderungen, wie wir sie jetzt schon z.B. durch Dürre in den südlichen Ländern merken, sind keinesfalls positiv.

Vor dem Pariser Klimaabkommen gab es auch schon einen Versuch eines Vertrags namens Kyoto-Protokoll, dieses Protokoll war aber nicht ganz durchdacht, da dieser Vertrag nur für die Industriestaaten galt, obwohl ein Großteil der Treibhausgasemissionen von den Entwicklungsländern kommen. Dieser Vertrag sollte eigentlich von 2008 bis 2020 halten, aufgrund der Kritikpunkte einigten sich die Länder jedoch bereits im Jahr 2015 auf das Pariser Klimaabkommen, was 2016 in Kraft trat.

Was ist das Pariser Klimaabkommen jetzt genau?

Das Pariser Klimaabkommen ist ein Vertrag, der im Dezember 2015 beschlossen und im Laufe des Jahres 2016 von 195 Ländern unterzeichnet wurde. Dabei geht es um die Eindämmung des Klimawandels auf weit unter 2°C über den vorindustriellen Zeiten. Das bedeutet, die vom Menschen erzeugte Klimaerwärmung soll nicht über 2°C kommen, wenn man die Jahre von ca. 1850 bis 1900 als 0°C betrachtet. Am besten wäre es, wenn die Erwärmung auf 1,5°C beschränkt bliebe.

Umsetzung

Wie soll dieses 2°C bzw. 1,5°C Ziel nun erreicht werden?

Dabei soll jedes Land einen Plan zusammenstellen, wie sie die Minderung des Temperaturanstiegs umsetzen wollen. Alle 5 Jahren kommen Vertreter dieser 195 Länder zusammen und schauen, wie gut sie diese umsetzen konnten und passen sie der neuen Situation an.

Die Pläne sollten beinhalten,

  • wie die Klimaerwärmung auf 2°C, bestenfalls sogar auf 1,5°C reduziert werden kann.
  • welche Maßnahmen das jeweilige Land setzen will, um die Schäden des Klimawandels zu mindern.
  • wie man den Entwicklungsländern helfen kann, ihre Klimaziele umzusetzen.
  • wie man es schafft, den Treibhausgasausstoß bald auf ein Maximum zu bringen und in weiterer Folge die Treibhausgase abzubauen.

Dies ist die Theorie, aber wenn man genauer hinschaut, ist durch die doch lockere Formulierung sehr viel Spielraum für die Länder übrig. Dieser wird einerseits als positiv gewertet, da so jedes Land für sich angepasst Klimaziele setzen kann. Andererseits wird in den meisten Länder, durch den Spielraum nicht genug getan und – wie es jetzt aussieht – wird nicht einmal das 2°C Ziel erreicht werden.

Österreichs Rolle

Da die Europäische Union und so auch Österreich Teil dieser 195 Länder ist, hat Österreich einen gewissen Teil zur Senkung der Klimaerwärmung auf 2°C beizutragen. In der EU wurde dafür beschlossen, die Emissionsreduktion bis 2030 auf 55% gegenüber dem Wert von 1990 zu senken und bis 2050 klimaneutral zu sein. Klimaneutral bedeutet, keine Treibhausgase mehr zu produzieren.

Die Regierung Österreichs hat sich sogar als Ziel gesetzt bis 2040 klimaneutral zu sein. Ganz ist dieses Ziel aber nicht mit den Bundesländern abgestimmt, ob 2040 oder doch 2050 das Ziel der Klimaneutralisierung ist.

Um dieses Ziel erreichen zu können, gibt es ab 26. Oktober 2021 ein Klimaticket. Mit diesem Ticket kann man mithilfe der öffentlichen Verkehrsmittel durch ganz Österreich reisen und muss dafür nur 1 095€ bezahlen. Das kann sich auf den ersten Blick für manche viel anhören, doch umgerechnet sind es nur 3€ pro Tag.

Als weiteren Schritt hat Österreich vor kurzem eine ökosoziale Steuerreform verabschiedet, in der steht, dass alle CO2-produzierenden Handlungen teurer werden. Als Finanzausgleich bekommt man dafür einen staatlichen Zuschlag. Wenn man die CO2-intensiven Güter und Handlungen vermeidet, hat man am Ende des Tages mehr Geld zur Verfügung. Trotz erster Kritik an dem viel zu niedrigen CO2-Preise, ist es dennoch ein erster Schritt in die richtige Richtung und somit ein wesentlicher Startpunkt eines ökosozialen Denkens.

Weitere kleine Projekte in Österreich:

www.staedtebund.gv.at/fileadmin/USERDATA/Service/publikationen/Broschuere_Leuchtturmprojekte_2020_final.pdf

Aber um das anvisierte Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, muss noch viel mehr getan werden. Auch dafür hat die Regierung schon Vorstellungen, aber noch keine ihrer Pläne wirklich umgesetzt.

Die Pläne im Allgemeinen sind:

  • bis 2030 nur noch erneuerbare Energie für Strom verwenden
  • bis 2030 allgemeine 45 – 50 % erneuerbare Energie
  • bis 2050 aus der fossilen Energiewirtschaft aussteigen

Quellen:

Artikel:

Bilder:

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