Technischer Fortschritt

Technischer Fortschritt Jan. 29, 2021

Ein Schülerblog von Richard Krikler und Julian Singer.


Zum technischen Fortschritt zählt die Herstellung beziehungsweise die Entwicklung neuer Produkte aber auch die Verbesserung der schon bestehenden Produkte und der Herstellungsverfahren.

Im Laufe der Geschichte kam es immer wieder zu signifikanten technischen Fortschritten, welche die Art des menschlichen Lebens beeinflussten. Es änderte sich zum Beispiel der Lebensstandard für einen Großteil der Bevölkerung, aber auch der Konjunkturverlauf der Wirtschaft wird durch den technischen Fortschritt beeinflusst. Als Beispiel für den technischen Fortschritt kann man die Eisenbahn, die Telegrafie, die Elektrifizierung, die Informations- und Kommunikationstechnologie und viele weitere Errungenschaften nennen.

Dieser Trend des laufenden technischen Fortschritts wird wahrscheinlich auch in Zukunft, vielleicht sogar in immer kürzer werdenden Zeitabständen, weitergehen.

Inwiefern dieser Fortschritt immer etwas Gutes oder Schlechtes ist, lässt sich oft nicht klar beantworten, denn oft haben Fortschritte auch negative Auswirkungen.

Ein Fluch oder ein Segen?

Das Fortschreiten der Technik ist unaufhaltsam. Sie nimmt nach und nach einen immer größeren Teil unseres Alltages ein. Erfindungen wie die Eisenbahn, das Auto oder das Telefon brauchten viele Jahre, um sich flächendeckend durchzusetzen, während andere Erfindungen wie der Computer und das Internet, dies schneller geschafft haben. Diese Entwicklung bringt positive und negative Effekte mit sich. Auf der einen Seite ist es erschreckend schwer sich die heutige Welt ohne moderne Technik vorzustellen. Andererseits muss man direkt an die Vielzahl an Möglichkeiten denken, die man nicht hätte.

Der technische Fortschritt beschleunigt sich immer weiter. Unternehmen müssen bei dem technischen Wettrüsten mithalten, welches non-stop neue und innovative Produkte hervorbringt. Der Erfolg neuer Technologien hängt letztendlich aber von den Menschen ab. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Elektromotor die meistverwendete Antriebsmöglichkeit, doch obwohl damals rein technisch mehr für den Elektromotor sprach, setzte sich nach und nach der Verbrennungsmotor durch, aufgrund der damaligen Interessensgruppen. Heute hat sich dieser Trend verändert. Der sogenannte technosoziale Pfad spielt dabei die größte Rolle. Es gilt also bei jedem Fortschritt die Vorund Nachteile für die Zukunft abzuwägen.

Ein weiteres Beispiel im Bereich Stromerzeugung zeigt, dass unsere (negativen) Erfahrungen gegenüber den positiven technischen Eigenschaften stärker sind. Obwohl Atomkraft bis heute die effizienteste Art ist, schnell große Mengen an Energie zu gewinnen, verläuft der Trend immer weiter weg von Atomkraft und mehr in Richtung von erneuerbaren Energiequellen.

Den Arbeitsmarkt betreffend, können neue Technologien radikale Folgen haben. Fließbandarbeiter können durch Roboter ersetzt und Bankangestellte durch Onlinebanking verdrängt werden. Doch werden Arbeiter wieder nötig, wenn es um die Wartung, Programmierung und Entwicklung dieser Maschinen geht. Der Arbeitsmarkt muss sich nicht verschlechtern, es findet nur eine Neuverteilung der Jobs statt. Im Gesundheitswesen können die Folgen fast ausschließlich von Vorteil sein, denn die Arbeit kann dadurch verbessert werden, aber Maschinen könnten nie Ärzte oder Krankenpfleger ersetzen.

Ein großer Nachteil ist die steigende Umweltbelastung. Der weltweite Stromverbrauch lag im Jahr 1980 knapp über 7 Terawattstunden. Bis 2005 hat er sich mehr als verdoppelt, und bis 2017 mehr als verdreifacht. Der Verbrauch ist also exponentiell steigend und es ist kein Ende abzusehen.

Ein wichtiger Vorteil sowohl für die meisten Berufe als auch im Privatleben ist die stark verbesserte Kommunikation. Die Produktivität ist auch stark gestiegen, was eine Reaktion vom Staat hervorrufen sollte, nämlich eine Senkung der Wochenarbeitszeit. Dies würde bedeuten, dass die Menschen mehr Freizeit haben und das könnte die Produktivität weiter steigern, anstatt zu riskieren, dass die Produktivitätssteigerungen in Arbeitslosigkeit und sinkenden Löhnen enden.

Die Sorge, dass der technische Fortschritt überhandnimmt, lässt sich dadurch besänftigen, dass am Ende die Menschen entscheiden welche Technologien für uns von Vorteil sind und welche nicht. Die schnelle Veränderung in vielen Bereichen kann manchen Menschen Angst machen, aber Veränderung muss nicht schlecht sein. Zusammenfassend könnte man sagen, dass der technische Fortschritt mehr Segen als Fluch ist.

Technischer Fortschritt und der Zusammenhang zur Wirtschaft

Die Wirtschaft schwankt im Verlauf der Zeit auf und ab, diesen Konjunkturverlauf zu prognostizieren ist schwierig. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze die ausschlaggebend für den Verlauf beziehungsweise die Entwicklung der Wirtschaft sein können.

Ein Ansatz ist, dass die Entwicklung der Wirtschaft saisonal bedingt sei. Das bedeutet, dass bestimmte Branchen, wie zum Beispiel der Tourismus, in einem begrenzten Zeitraum wirtschaftlicher sind. Bei Konjunkturellen Schwankungen ist der Zeitbereich dieser Schwankung, aber auch das Spektrum an Branchen welches betroffen ist, um einiges größer.

Ein Konjunkturmodell (von Nikolai Kondratjew) besagt, dass durch technologische Entwicklungen, also der technische Fortschritt, es zu Konjunkturzyklen von 40 bis 50 Jahren kommt. Bei einer so langen Dauer eines Zyklus kann von langen Wellen gesprochen werden.

Anhand der Grafik im Schulbuch sind jene lange Wellen der Konjunktur und ihre dazugehörigen signifikanten technischen Fortschritte erkennbar. Daraus lässt sich auch ablesen, was die menschliche Zivilisation schon geleistet hat und somit auch was wir vor 200 Jahren im Vergleich zu heute noch nicht hatten.

Der ständige Wettbewerb in der Wirtschaft hat zur Folge, dass immer nach weiteren neuen Produkten beziehungsweise Errungenschaften gestrebt wird. Dazu gehören auch Produktverbesserungen und Prozessoptimierungen. Daraus lässt sich schließen, dass jeder Unternehmer seinen Teil zum wirtschaftlichen und technischen Fortschritt beiträgt. Laut Joseph Schumpeter sind somit Innovationen die Motoren der Wirtschaftsentwicklung.

Wenn sich das Wirtschaftswachstum durch ausgeschöpftem Produktions-potential stark verringert, kann dieses zum Großteil nur durch technischen Fortschritt wieder steigen. Daraus kann man schließen, dass es immer laufend technische Innovationen braucht, um die Produktivität und die Kapazitäten in der Produktion zu steigern und somit ein stetiges Wirtschaftswachstum zu ermöglichen.

Eine Produktion, in der für die Herstellung nur schon vorhandene Techniken verwendet werden, kann nur für einen gewissen Zeitraum ihre Produktion erhöhen. Danach ist kein weiteres direktes Wachstum mehr möglich, außer es gibt technische Fortschritte.

Es gibt allerdings auch weitere Ansätze zur Erklärung der Konjunkturzyklen. Dazu gehört die Überproduktion, zu geringe Nachfrage, externe Schocks, aber auch geldpolitische Maßnahmen (z.B.: Kreditzinsen) und psychologische Einflüsse (z.B.: Vertrauen in Regierung).

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