Informatik-Basiswissen für alle?

Zukunfts Themen Aug. 14, 2020

Ein Schülerbog von Bernhard Bauer.

Wir sind ja bekanntlich in der 4. Industriellen Revolution. Das bedeutet unsere Wirtschaft und unser Lebensstil ändern sich rasant. Damit ist Digitalisierung, also das Speichern von Daten in elektrischer Form gemeint. Microsoft Office und Ähnliches haben bereits einen Platz in der Arbeitswelt eingenommen. Doch ab wann soll Informatik-Unterricht stattfinden und in welchem Ausmaß?

Laut eines Artikels im Standard vom 9.1.2020 „Mehr Religion als Informatik: Hochschulen kritisieren IT-Ausbildung an Schulen”, wird Religion im Moment als wichtigeres Fach als Informatik unterrichtet. Viele sind der Meinung, dass die Regelung zum Informatik-Unterricht überholt werden sollte, weil diese 1985 festgelegt wurde. In 35 Jahren hat sich in der schnell voranschreitenden Informatik so einiges verändert. Informatik ist nun omnipräsent, sowohl in der Arbeits- als auch in der Schulwelt. Das Problem hierbei ist, dass es nicht genug qualifizierte Lehrpersonen gibt, um die Schüler ab der Unterstufe zu unterrichten.

Das Ausmaß dieses Unterrichts soll natürlich nicht ins unendliche Reichen. Viele Schulen unterrichten bereits das Programmieren von HTML, CSS und Javascript in der Oberstufe. Das ist meiner Meinung nach nicht mehr so nützlich, weil inzwischen zum Erstellen einer Website Hilfsmittel wie Wordpress oder ähnliches verwendet werden. Auch die Grundkomponenten eines PCs wurden in meiner Unterstufe durchgenommen.

Es existiert bereits ein Zertifikat namens ECDL der „European Comupter Drivers License“. Der Test besteht aus neun Teilbereichen. Zu den Wahlbereichen gehören: Präsentation, Datenbanken anwenden, IT-Security, Online Zusammenarbeit und Image Editing. Die verpflichtenden Bereiche sind: Computer Grundlagen, Online Grundlagen, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation. Um das Zertifikat zu erlangen, muss man 7 Teilbereiche bestehen. 4 Davon sind verpflichtend und 3 sind auszuwählen. Der ECDL umfasst die Grundlagen des Wissens, das in der Arbeitswelt benötigt wird. Als Informatiker kann man sich danach noch nicht bezeichnen.

Der Unterricht ist allerdings auch hart umstritten. In dem Buch Informatik-Didaktik schreibt Steffen Friedrich von einer Personengruppe, die sich gegen den verpflichtenden Informatikunterricht einsetzt, weil dieser besonders für Mädchen nicht interessant ist. Weiters muss das Spektrum des Unterrichts eingegrenzt werden.

Komplexe Algorythmen zu programmieren ist nicht in jedem Job nötig und somit sollte es auch nicht in der Grundausbildung, die, wie der Name bereits sagt, nur das behandelt, was grundlegend ist, vorkommen. Dabei stellt sich die Frage, ob das nötige Wissen über Word, Powerpoint und etc. nicht ohnehin im üblichen Unterricht behandelt wird. auch in allgemeinbindenden Gegenständen werden  Referate auf Powerpoint und Handouts in Word verlangt.

Das Angebot an Stellen für InformatikerInnen würde dadurch auch nicht abnehmen, da der Unterricht nur die grundlegendsten Dinge behandelt. Weiters herrscht ohnehin ein Fachkräftemangel im Fachbereich Informatik. Der derzeitige Anteil an weiblichen IT-Absolventen liegt bei 26% laut einer Studie der Bildungsforschung der Wirtschaft. Durch die frühere Einführung in das Thema, könnte es möglich sein, dass das Interesse von Schülern und Schülerinnen an der Informatik geweckt wird. Das würde den Fachkräftemangel abbauen und somit ein weiteres Problem lösen.Meiner Meinung nach ist es nötig, ein gewisses Grundwissen an Informatik zu verlangen. Die Arbeitswelt verändert sich und die Informatik wird immer präsenter. Überall werden Daten digital gespeichert und Sachen dokumentiert. Die Informatik hat selbst Einzug in das Gesundheitswesen gefunden. Ein gewisses Grundwissen könnte das Arbeitsleben effizienter gestalten und bessere Lösungen erzeugen.