Ein Schülerblog von Alexander Sarka.


Niedrige Gebühren und unkomplizierter Handel – Neo-Broker überzeugen immer mehr aufgrund ihrer attraktiven Angebote in Bezug auf Trading. Die Tage an denen zur Börsenöffnung noch Glocken läuteten und Börsenmakler hektisch versuchten Kunden am Telefon in Börsengeschäfte zu verwickeln sind nahezu gänzlich vorbei.

Was sind Neo-Broker?

Die Mentalität der Menschen und somit auch die Finanzwelt haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Mehr denn je bekommt man von Erfolgsgurus zu hören, wie einfach es denn sei finanziell unabhängig zu sein und seine Rente bereits mit 30 anzutreten. Sind also Neo-Broker der Schlüssel zum großen Reichtum?

Kurzgefasst umfasst der Oberbegriff „Neo-Broker“, all diejenigen Broker, welche auf ein neues Konzept setzen und nicht alten Standards hinterherlaufen. Besonders niedrige Gebühren oder Flatrates sind bei Neo-Brokern zudem nicht ungewöhnlich. Auch sicherheitstechnisch kann der Großteil der Neo-Broker mit den herkömmlichen Brokern mithalten, da auch diese beispielsweise von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geregelt werden.

Nach kurzer Recherche im Internet bekommt man bereits sämtliche Neo-Broker vorgeschlagen, bei denen man nur eine Smartphone App benötigt, um loslegen zu können. Kurze Zeit später steht dem ersten Kauf einer Aktie oder eines Derivats nichts mehr im Wege.

Vorteile der Neo-Broker

Wie oben angeführt, haben Neo-Broker besonders attraktive Angebote zu bieten und wissen auch diese zu vermarkten. Moderne Handy-Apps, Kauf und Verkauf in wenigen Sekunden und das alles ohne Gebühren. Es ermöglicht einen entspannteren Umgang mit Finanzprodukten und zusätzlich die volle Kontrolle - rund um die Uhr.

In Tagen von Negativzinsen ist es kein Wunder, dass Trading tendenziell immer beliebter wird. Neo-Broker ermöglichen einen einfachen Einstieg in die Thematik:

Herunterladen der Handy-App, schnelle Verifikation durch ein Online-Tool und Überweisung aufs Depot durch Sofortüberweisung. Durch breitgefächerte ETFs (Exchange Traded Funds) ist das Risiko eines Totalverlusts verhältnismäßig gering, weshalb man langfristig auf positive Renditen spekulieren kann. Besonders Beginner können so lernen und mitverfolgen, wie es an der Börse zugeht.

Nachteile der Neo-Broker

Einige Neo-Broker spezialisieren sich bereits so stark auf das Trading von unterwegs, dass verschiedene Anbieter vollständig auf Handy-Apps vertrauen und ihren Kunden keine Webseite zur Verfügung stellen. In 99% der Fälle mag einem das egal sein, dennoch gibt es wohl ab und an einen Moment, an dem man doch über den Computer auf das Depot zugreifen möchte.

Menschen tendieren dazu sich schnell ein Urteil zu bilden und auch sehr komplexe Themen wie die Börse schnell „als verstanden“ zu betiteln. Aufgrund falscher Risiko- und Selbsteinschätzung (siehe etwa Dunning-Kruger-Effekt) passiert es dann - Leute investieren ihr Geld, auf welches sie angewiesen sind, blindlinks in eine Einzelaktie, da sie gehört haben, dass diese steigen wird und ihr Geld sicher angelegt ist. Das kann natürlich das eine oder andere Mal gut gehen, entspricht aber eher Glücksspiel und hat langfristig keine Zukunft. Dies ist zwar nicht per se die Schuld des Neo-Brokers, doch das Risiko wird dennoch deutlich erhöht.

Die Wahl des Brokers entspricht etwa der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Angebote der Broker gleichen sich zwar immer mehr an, doch die Skandale bleiben nicht aus. Etwa der Neobroker „Trade Republic“ schränkte erst vor kurzem zwischenzeitlich den Handel mehrere Aktien ein. Kunden fühlten sich hinter das Licht geführt und vom Broker im Stich gelassen.

Zukunft des Tradings durch Neo-Broker

Den ständigen Überblick über das eigene Depot haben, bietet einen gewissen Comfort. Auch in Zukunft kann man davon ausgehen, dass sich Broker mehr auf Handy-Apps spezialisieren werden. Da das Interesse an Aktien und Kryptowährungen steigt, bekommen die Broker immer mehr Kunden, wodurch das Budget der Branche auch in den nächsten Jahren stark steigen wird.

Quellen