Corona und Digitalisierung

Covid-19 Mai 29, 2020

Ein Schülerblog von Richard Krikler und Julian Singer.

Produktiver im Home-Office

Durch die COVID-19 Ansteckungsgefahr sind viele Menschen dazu „gezwungen“ von zu Hause aus zu arbeiten. Es ist eine große Umstellung ohne Vorwarnung, doch ist daran nicht auch etwas Positives? Könnte es die Art zu Arbeiten für einige Menschen zum Besseren verändern?

Natürlich ist Home-Office nicht für alle eine Option, also muss man sowohl die Möglichkeiten dazu haben, als auch die Disziplin im gemütlichen Heim zu geregelten Zeiten zu arbeiten als wäre nichts verändert, das bedeutet also auch mit der gleichen Leistung zur Verfügung zu stehen. Aber das liegt nicht zur Gänze in der Hand der betroffenen Personen, denn es ist eine gewisse Ausstattung notwendig, für die bei Bedarf noch gesorgt werden muss.

Fürs erste wird eine stabile Infrastruktur benötigt, denn eine leistungsfähige Internetverbindung und störungsfreies telefonieren sind unverzichtbar. Auch ein VPN (Virtual Private Network) ist zu empfehlen, um eine sichere Kommunikation zu gewährleisten. Genauso wichtig ist die Ausrüstung, die bei einem temporären Home-Office nicht vom Arbeitgeber bereitgestellt werden muss. Um normal weiterarbeiten zu können, müssen alle Arbeitsprogramme in einer sicheren und stabilen Umgebung funktionieren, wozu man Zugriff auf einen Rechner mit der entsprechenden Leistung haben muss.

Wenn man nun richtig ausgestattet ist, kommt man an das Thema Kommunikation und Disziplin. Man muss gewisse Punkte festlegen, nämlich die Zeiten zu denen gearbeitet wird, die Art der Kommunikation (z.B. Telefon, E-Mail, Microsoft Tools, etc.), sowie der Zeitraum, in dem man erreichbar sein muss und wie die Pausen geregelt werden.

Wenn nun alles geregelt ist, die Ausrüstung an den jeweiligen Job angepasst, und man ein funktionierendes System entwickelt hat, stellt sich demnächst die Frage: Warum zu der Arbeitssituation zurückkehren, die vor den Einschränkungen Standard war? Unter der Voraussetzung, dass man mit Home-Office diszipliniert umgehen kann, ist es eine Verbesserung, denn man spart Zeit für den Arbeitsweg, sowie unvermeidliche Kosten für Fahrscheine oder Benzin, und in seinem eigenen, ruhigen Büro kann man sich besser konzentrieren, da weniger Ablenkungen vorhanden sind.

Ganz anders sieht es bei E-Learning aus, denn es gibt noch keinen vollständigen Ersatz für zu Hause zu gewöhnlichem Unterricht. Für Schüler ist es nur eine Beeinträchtigung beim Lernen. Das Lernen findet derzeit nur durch Aufgaben statt, bei denen Schüler sich das Wissen ohne Lehrer aneignen müssen, was Schulen fast überflüssig macht, daher wird es sich nicht gegen den Schulunterricht durchsetzen können, und der bekannte Normalzustand wird so bald wie möglich hergestellt werden.

Zunehmende Überwachung in China

In China wurde mit Anbeginn der COVID-19 Epidemie zum ersten Mal ein sogenannter „Health Code“ eingeführt. Dieser wurde zuerst nur in einigen Städten verwendet, bevor dieser Service flächendeckender eingesetzt wurde. Beim Stand vom 18.03.2020 verwenden zirka 200 Städte die Software. Allerdings gibt es auch Städte die eigens entwickelte Systeme verwenden, wie zum Beispiel Peking oder Schanghai. Die Städte akzeptieren die Codes anderer Städte nicht, aber es wird daran gearbeitet, dass die Systeme untereinander kompatibel werden. Der Health Code ist im grobem ein Ampelsystem, dabei wird mithilfe von den verschiedensten Daten, die von der Regierung gesammelt werden, ausgewertet, wie wahrscheinlich man Kontakt mit einer Infizierten Person hatte und ob man möglicherweise krank ist. Die Farbe Grün bedeutet, dass keinerlei Kontakt herausgefunden wurde. Gelb und rot sind dann jeweils die Abstufungen davon und spiegeln ein höheres Risiko wider. Diese Software wird innerhalb von der Zahlungsdienstleistungs-App Alipay, den Messenger Dienst WeChat, die Kommunikationsplattform Ding Talk oder eigene Webseiten der Stadtregierungen zur Verfügung gestellt.

In manchen Städten, bei denen dieser Service verwendet wird, ist es verpflichtend den Health Code vor dem Einstieg bei öffentlichen Verkehrsmitteln vorzuzeigen. Beispielsweise muss jeder der bei einem Bus mitfahren möchte, seinen Code dem Fahrer zeigen, sonst darf man nicht mitfahren. Weiters kann dieser Code auch die „Eintrittskarte“ bei Supermärkten oder Restaurants sein. Viele Arbeitgeber verpflichten auch ihre Mitarbeiter, ihren Code beim Betreten des Gebäudes vorzuweisen. Viele Bürger haben sich schon daran gewöhnt, bei so gut wie allen öffentlichen Einrichtungen oder Orten, bei denen sich mehrere Menschen aufhalten, das Smartphone herauszuholen. Somit hat sich dieses System schon einigermaßen in den Alltag eingebracht. Es gibt nur vereinzelt ältere Menschen, die zuerst ihren Code nicht herzeigen möchten, aber dann vom Personal darauf aufmerksam gemacht werden.

Um dieses individuelle Tracking und somit das Ampelsystem zu ermöglichen, muss man die verschiedensten persönlichen Daten angeben. Dazu gehört der eigene Name, die Identifikationsnummer und die Wohnadresse. Zusätzlich dazu muss man seinen Gesundheitszustand der letzten beiden Wochen bekanntgeben. Zu den schon im ganzen Land großflächig verteilten Kameraanlagen kommt auch noch, dass man der Software dauerhaft seine Standortdaten bekanntgeben muss. Welche Daten genau noch aufgezeichnet werden und wohin diese kommen ist nicht bekannt. Eines weiß man, dass die Daten an die Behörde für Epidemie Prävention und -kontrolle weitergeleitet werden. Somit kann diese Behörde jederzeit herausfinden wo sich eine Person befindet und mit wem sie sich trifft. Laut der „New York Times“ werden die Standortdaten auch an die Polizei weitergegeben. Wenn man dem Tracking aus dem Weg gehen möchte, ist dies nicht möglich. Denn der Code wird nun im Alltag benötigt.

China möchte mit diesem Vorgehen einerseits weiterhin die Zahl der Neuinfizierten eindämmen und andererseits die Arbeit bei den Unternehmen wieder aufgenommen werden. Kritiker allerdings fürchten, dass die Regierung auch versucht diese Situation auszunutzen und die Überwachung weiter auszubauen. Acht der Top 10 am meisten überwachten Städte befinden sich in China. Dadurch wird deutlich, dass China sehr viel Wert darauf legt ihre Bürger zu überwachen. Man kann aber auch nicht außer Acht lassen, dass London auf Platz sechs und Atlanta (USA) auf Platz 10 steht.

Quellen

Themen:
China's Health Code: https://www.handelsblatt.com/technik/digitale-revolution/digitale-revolution-chinas-code-system-wie-die-coronakrise-zu-noch-mehr-ueberwachung-fuehrte/25653166.html?ticket=ST-1014927-7oTbygeQSSZsdOEvmXY0-ap3 (21.04.2020)
Home-Office: https://www.karriere.at/blog/home-office.html (27.04.2020

Bilder:
HealthCodeKontrolle.jpeg: https://www.globaltimes.cn/content/1181828.shtml (22.04.2020)
HealthCodes.jpg: https://technode.com/2020/02/17/alipay-developed-chinas-national-health-code-rating-system (22.04.2020)
HomeOffice.jpg: https://pixabay.com/de/photos/home-office-arbeitsplatz-büro-336377 (27.04.2020)

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