Atomkraftwerke: Sinnvoll oder unser Tod?

Atomkraftwerke: Sinnvoll oder unser Tod?

Ein Schülerblog von Robert Unfried.


Bevor wir jetzt beginnen über Atomkraft zu diskutieren, wäre es wichtig festzulegen um was es in diesem Blog geht. Das Ziel der folgenden Argumentation ist weder zu erläutern, wie Atomkraft aus wissenschaftlicher Sicht funktioniert, noch geht es darum unsere Meinung zu begründen. Viel wichtiger ist uns, die weniger offensichtlichen Vor- und Nachteile anzuführen, sodass sich jeder seine eigene Meinung bilden kann, denn es sollte vorab gesagt sein: Ein Richtig oder Falsch gibt es bei dieser Frage nicht!

Grundlegendes

Grundsätzlich sind Atomkraftwerke derzeit eine wichtige Energiequelle der Menschheit. Atomkraftwerke produzieren schnell viel Energie auf einmal, die man wiederum in alle Länder verkaufen kann, was wiederum Umsatz einbringt. Doch es gibt auch Schattenseiten bei dieser Art der Energieerzeugung.

Vorteile

Befürworter berufen sich am häufigsten auf die Reduzierung von Schadstoffemissionen sowie CO2 in der Atmosphäre. Dieser Vorteil wird oft diskutiert, und ist eines der wenigen Themen, bei denen man einen Interessenskonflikt zwischen Umwelt- und Klimaschützern feststellen kann. Allerdings sprechen in diesem Punkt die Zahlen klar für Atomkraft. So bleiben unserem Planeten derzeit durch die Nutzung von Atomenergie jährlich 150 Millionen Tonnen CO2 erspart. Hier entsteht gerade aber leider auch ein großes Problem: Denn in vielen westlichen Ländern sind Atomkraftwerke in letzter Zeit in Kritik geraten. Einerseits weil die größtenteils in den 70ern und 80ern gebauten Kraftwerke nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprechen und andererseits, weil die mehrfachen Unfälle im Ausland, mit teils verheerenden Folgen, alle schockieren. Als Reaktion darauf wurde in vielen Ländern mit dem Ausstieg aus der Atomkraft begonnen. Glücklicherweise werden die meisten Atomenergiequellen durch erneuerbare ersetzt, doch leider ändert das nichts an der Klimakrise. Denn wie schon erwähnt ist die Atomkraft gerade dafür bekannt klimaneutral zu sein. Geben wir Nuklearenergie also auf ändert das trotz dem Zuwachs an erneuerbaren Energiequellen nichts an unserem Netto Treibhausgas Ausstoß.

Daher sollte man sich durchaus überlegen, ob die Nutzung von Atomenergie vorübergehend vielleicht doch sinnvoll wäre. So unglaublich das auch klingt, aber Atomkraft ist insgesamt gerechnet für am wenigsten Todesopfer unter allen Energiearten verantwortlich. Denn, obwohl Atommüll für den Menschen eine Gefahr darstellt, ist er, solange er sorgfältig gelagert wird, ungefährlich. Abgesehen davon sind Atom-Unfälle zwar tragisch aber wenigstens lokal begrenzt. Im Vergleich dazu sind Großstädte weltweit immer mehr von Feinstaub und giftigen Gasen betroffen. Zusätzlich werden durch den Betrieb von Kohlekraftwerken viele Staubpartikel freigesetzt, die auch leicht radioaktiv belastet sind.

Atomkraftwerke weisen hingegen sogar den Aspekt des Recyclings auf, da die Brennstäbe einiger Reaktortechnologien sogar mehrmals verwendet werden können.

Nachteile

Kommen wir nun zu den Schattenseiten der Nuklearenergie.

Denn, obwohl Atomkraftwerke lange in Betrieb und Brennstäbe teilweiße recyclebar sind, muss der radioaktive Atommüll früher oder später entsorgt werden. Dabei handelt es sich aber nicht nur um die Brennstäbe selbst, sondern auch um mehrere Tonnen Material die in direkter Berührung mit radioaktiven Stoffen war. Durch die gewaltigen Mengen an Abfall, ist die einzige Lösung ein Endlager. Denn der häufig genannte Vorschlag Atommüll ins All zu schießen ist weder wirtschaftlich noch physikalisch sinnvoll, da der Start so vieler Raketen mehr Energie bräuchte als das entsorgte Atomkraftwerk je produziert hat.

Die Benutzung von Kern und Atomkraftwerken ist durch das zwangsläufig notwendige Endlager daher sehr gefährlich und wir Menschen wissen noch nicht, wie wir die komplette Kontrolle über diese Technologie bekommen können. Denn der größte Nachteil ist das Endlager an sich. Bis jetzt konnte noch kein geologisch vollständig sicherer Ort gefunden werden. Und selbst wenn er je gefunden wird muss man selbstverständlich mit berechtigtem Protest der Einheimischen rechnen.

Weniger schön wäre außerdem, wenn diese Technologie in die falschen Hände gerät, d.h. eine bestimmte Partei Atomkraft nutzt, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Dadurch könnte die gesamte Menschheit massive reduziert oder sogar vollständig ausgelöscht werden. Doch nukleare Kriegsführung soll nicht weiter Thema dieses Blogs sein. Trotzdem muss man sich immer in Erinnerung rufen, dass jedes Forschungsergebnis in Bezug auf Atomkraft, auch für Atomwaffen verwendet werden könnte.

Fazit

Wie Sie gerade gelesen haben, stehen wir in Sachen Atomenergie/Atomkraftwerke noch vor ungelösten Problemen und Rätseln. Die Argumente der Atomgegner sollten auf keinen Fall ignoriert werden, aber wir sollten trotzdem in Erwägung ziehen als Übergangslösung noch eine Weile an dieser Energieform festzuhalten, um den wesentlich schlimmeren Folgen des Klimawandels zu entgehen.

Langfristig muss unser Fokus aber selbstverständlich auf erneuerbaren Energien, wie zum Beispiel: Wind, Bio, Sonnenenergie oder sogar Wasserkraft, liegen.

Quellen