Ein Blog von Laurin Wolf
Mit dem Release des neuen iPhone-15 von Apple geht die Ära des Lightning-Kabels vorüber. Wegen eines Gesetzes-Beschlusses von der EU wurde das teuerste Unternehmen der Welt in die Knie gezwungen, nur noch Geräte mit USB-C Anschluss zu produzieren – der defacto Standard aller Handy-Firmen.
Was heißt das für uns als Konsumenten?
Ab Herbst 2024 dürfen in der EU nur noch technische Geräte mit USB-C Anschluss verkauft werden. Vorerst nur kleine Geräte wie Handys und Kameras und ab 2026 soll es dann für alle Geräte gelten, also auch Laptops. Das ist natürlich ein großer Schritt vorwärts, um die jährlichen 4,7 Millionen Tonnen Elektroschrott zu minimieren, davon allein sollen 11.000 Tonnen nur entsorgte Ladegeräte ausmachen.
Von der Konsumentenseite betrachtet bringt es natürlich eine Entlastung. Da der USB-C-Standard nicht nur als Stromkabel fungiert, sondern sowohl Daten Übertragung als auch Video und Ton Übermittlung unterstützt, wird man außer ein paar USB-C-Kabeln keine anderen mehr brauchen. Auch wird es ab Einführung bei jedem Produkt die Möglichkeit geben, das Gerät mit oder ohne Ladegerät zu bestellen.
Doch es wird nicht ganz so einfach, denn die EU hat einige verwirrende Umbenennungen durchgeführt. So wurden acht USB-C-Standards zugelassen von USB 2.0 bis zu USB 4 v2.0. Das zuständige Konsortium hat den eigentlich gängigen Namen USB 3.0 auf USB 3.2 Gen 1 und USB 3.1 auf USB 3.2 Gen 2 geändert. Warum auch immer…? Hinzu kommt das man auch nicht pauschal sagen kann das eine höhere Nummer auch eine bessere Leistung bedeutet. Nein, das wäre zu einfach. So unterstützt USB 2.0 nur mickrige 480 Mega Bit pro Sekunde, doch andere mit Thunderbolt Unterstützung sogar bis zu 40 Giga Bit pro Sekunde.
Ein trauriges Beispiel der Umsetzung ist wieder einmal Apple, die für das neueste iPhone keine Verbesserung der Geschwindigkeit im Laden und bei der Daten Übertragung eingebaut haben. Dort ist nämlich nur ein USB 2.0 Anschluss verbaut, welchen es schon seit fast zehn Jahren gibt und damit lange nicht mehr State of the art ist.
Die Idee eines einheitlichen Kabels gibt es schon lange. Jetzt nimmt dieser Ansatz Dank der EU Fahrt auf. Im Sinne der Umwelt macht das sehr viel Sinn. Im Sinne des technischen Fortschritts müssen die Regulierungen noch angepasst werden.
Quellen:
Quelle 1: https://t3n.de/news/usb-c-anschluss-ein-kabel-fuer-alles-1480448/
Quelle 4: Europa EU-weit 4,7 Millionen Tonnen Elektroschrott im Jahr