Insolvenz der Signa Gruppe

Am 24.11.2023 meldete die erste Tochtergesellschaft der Signa Prime Insolvenz an. Die Signa Prime umfasst eines der prestigeträchtigsten Immobilienportfolios der Welt, enthalten sind beispielsweise das Park Hyatt Vienna, das Goldene Quartier, das KaDeWe und vieles mehr.

Nun hat auch die „Mutter“ der SIGNA Gruppe, die SIGNA Holding GmbH am Mittwoch, dem 29.11.2023 Insolvenz angemeldet und einen Antrag auf Sanierungsverfahren mit Einzelverwaltung beim Wiener Handelsgericht eingereicht. Ziel dieses Sanierungsverfahren sei „die geordnete Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs im Rahmen der Eigenverwaltung und die nachhaltige Restrukturierung des Unternehmens“.

Wer oder was ist eigentlich die SIGNA? Die SIGNA ist eine österreichische Unternehmensgruppe, bestehend aus der SIGNA Holding, der SIGNA Real Estate und der SIGNA Retail. Die SIGNA Real Estate und die SIGNA Retail bestehen zusätzlich aus einigen Tochterunternehmen. Sie wurde 1999 von Rene Benkö, einem gebürtigen Innsbrucker, in Kooperation mit Karl Kovarik gegründet. Es gibt kaum ein europäisches Portfolio, welches dem der SIGNA gleicht, ihr gehören der Kurier zu 24,22 %, die Krone zu 24,5 %, das Goldene Quartier im 1. Wiener Gemeindebezirk, das KaDeWe Berlin, THE ICON VIENNA, das Chrysler Building in New York City, Selfridges in London und einiges mehr.

Wie konnte es zu einer solchen Pleite kommen? Diese Frage ist erschreckenderweise recht simpel zu klären. Es gab bzw. gibt zwei Kernprobleme, einerseits, die hohe Verschuldung, andererseits, die Überbewertung des Immobilienportfolios in den Bilanzen der Unternehmensgruppe. Auf die extremen Zinserhöhungen verschiedenster Nationalbanken folgten horrende Kreditpreise, bzw. ausstehende Zahlungen wurden durch den variablen Zins um ein Vielfaches teurer, ein Effekt, welcher einem bereits zutiefst verschuldeten Unternehmen nicht positiv zuspielt.

Wie betrifft eine Insolvenz den Gründer bzw. Besitzer der SINGA, Rene Benkö? Diese Frage ist schwer zu beantworten, da sich Rene Benkö selten bzw. kaum in der Öffentlichkeit zeigt und Stellungnahmen zu brisanten Themen wie diesem abgibt. Jedoch gibt es Vermutungen und Annahmen. Aus „Insiderkreisen“ wird berichtet, dass bereits diverse private Besitztümer des Gründers zum Verkauf stehen, wie beispielsweise seine 65 Meter lange Privatjacht und ein Chalet in den Schweizeralpen. Demnach ist zu schlussfolgern, dass die Insolvenz der SIGNA auch ihren Gründer trifft, dies ist auch logisch nachzuvollziehen, da Rene Benkö der größte Anteilinhaber der Signa Holding ist.

Die Insolvenz betrifft Steuerzahler zu kleinen Teilen. Da sich die SIGNA im Rahmen der Kika/Leiner-Pleite verpflichtet hat 20 Millionen Euro an den Staat Österreich zu zahlen, von welchen noch 15 Millionen ausstehend sind, diese sind im SIGNA-Insolvenzverfahren als Forderung anzumelden.

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