Corona und Digitalisierung

Ein Schülerblog von Richard Krikler und Julian Singer.

Produktiver im Home-Office
Durch die COVID-19 Ansteckungsgefahr sind viele Menschen dazu „gezwungen“ von zu
Hause aus zu arbeiten. Es ist eine große Umstellung ohne Vorwarnung, doch ist
daran nicht auch etwas Positives? Könnte es die Art zu Arbeiten für einige
Menschen zum Besseren verändern?

Natürlich ist Home-Office nicht für alle eine Option, also muss man sowohl die
Möglichkeiten dazu haben, als auch die Disziplin im gemütlichen Heim zu
geregelten Zeiten zu arbeiten als wäre nichts verändert, das bedeutet also auch
mit der gleichen Leistung zur Verfügung zu stehen. Aber das liegt nicht zur
Gänze in der Hand der betroffenen Personen, denn es ist eine gewisse Ausstattung
notwendig, für die bei Bedarf noch gesorgt werden muss.

Fürs erste wird eine stabile Infrastruktur benötigt, denn eine leistungsfähige
Internetverbindung und störungsfreies telefonieren sind unverzichtbar. Auch ein
VPN (Virtual Private Network) ist zu empfehlen, um eine sichere Kommunikation zu
gewährleisten. Genauso wichtig ist die Ausrüstung, die bei einem temporären
Home-Office nicht vom Arbeitgeber bereitgestellt werden muss. Um normal
weiterarbeiten zu können, müssen alle Arbeitsprogramme in einer sicheren und
stabilen Umgebung funktionieren, wozu man Zugriff auf einen Rechner mit der
entsprechenden Leistung haben muss.

Wenn man nun richtig ausgestattet ist, kommt man an das Thema Kommunikation und
Disziplin. Man muss gewisse Punkte festlegen, nämlich die Zeiten zu denen
gearbeitet wird, die Art der Kommunikation (z.B. Telefon, E-Mail, Microsoft
Tools, etc.), sowie der Zeitraum, in dem man erreichbar sein muss und wie die
Pausen geregelt werden.

Wenn nun alles geregelt ist, die Ausrüstung an den jeweiligen Job angepasst, und
man ein funktionierendes System entwickelt hat, stellt sich demnächst die Frage:
Warum zu der Arbeitssituation zurückkehren, die vor den Einschränkungen Standard
war? Unter der Voraussetzung, dass man mit Home-Office diszipliniert umgehen
kann, ist es eine Verbesserung, denn man spart Zeit für den Arbeitsweg, sowie
unvermeidliche Kosten für Fahrscheine oder Benzin, und in seinem eigenen,
ruhigen Büro kann man sich besser konzentrieren, da weniger Ablenkungen
vorhanden sind.

Ganz anders sieht es bei E-Learning aus, denn es gibt noch keinen vollständigen
Ersatz für zu Hause zu gewöhnlichem Unterricht. Für Schüler ist es nur eine
Beeinträchtigung beim Lernen. Das Lernen findet derzeit nur durch Aufgaben
statt, bei denen Schüler sich das Wissen ohne Lehrer aneignen müssen, was
Schulen fast überflüssig macht, daher wird es sich nicht gegen den
Schulunterricht durchsetzen können, und der bekannte Normalzustand wird so bald
wie möglich hergestellt werden.

Zunehmende Überwachung in China
In China wurde mit Anbeginn der COVID-19 Epidemie zum ersten Mal ein sogenannter
„Health Code“ eingeführt. Dieser wurde zuerst nur in einigen Städten verwendet,
bevor dieser Service flächendeckender eingesetzt wurde. Beim Stand vom
18.03.2020 verwenden zirka 200 Städte die Software. Allerdings gibt es auch
Städte die eigens entwickelte Systeme verwenden, wie zum Beispiel Peking oder
Schanghai. Die Städte akzeptieren die Codes anderer Städte nicht, aber es wird
daran gearbeitet, dass die Systeme untereinander kompatibel werden. Der Health
Code ist im grobem ein Ampelsystem, dabei wird mithilfe von den verschiedensten
Daten, die von der Regierung gesammelt werden, ausgewertet, wie wahrscheinlich
man Kontakt mit einer Infizierten Person hatte und ob man möglicherweise krank
ist. Die Farbe Grün bedeutet, dass keinerlei Kontakt herausgefunden wurde. Gelb
und rot sind dann jeweils die Abstufungen davon und spiegeln ein höheres Risiko
wider. Diese Software wird innerhalb von der Zahlungsdienstleistungs-App Alipay,
den Messenger Dienst WeChat, die Kommunikationsplattform Ding Talk oder eigene
Webseiten der Stadtregierungen zur Verfügung gestellt.

In manchen Städten, bei denen dieser Service verwendet wird, ist es
verpflichtend den Health Code vor dem Einstieg bei öffentlichen Verkehrsmitteln
vorzuzeigen. Beispielsweise muss jeder der bei einem Bus mitfahren möchte,
seinen Code dem Fahrer zeigen, sonst darf man nicht mitfahren. Weiters kann
dieser Code auch die „Eintrittskarte“ bei Supermärkten oder Restaurants sein.
Viele Arbeitgeber verpflichten auch ihre Mitarbeiter, ihren Code beim Betreten
des Gebäudes vorzuweisen. Viele Bürger haben sich schon daran gewöhnt, bei so
gut wie allen öffentlichen Einrichtungen oder Orten, bei denen sich mehrere
Menschen aufhalten, das Smartphone herauszuholen. Somit hat sich dieses System
schon einigermaßen in den Alltag eingebracht. Es gibt nur vereinzelt ältere
Menschen, die zuerst ihren Code nicht herzeigen möchten, aber dann vom Personal
darauf aufmerksam gemacht werden.

Um dieses individuelle Tracking und somit das Ampelsystem zu ermöglichen, muss
man die verschiedensten persönlichen Daten angeben. Dazu gehört der eigene Name,
die Identifikationsnummer und die Wohnadresse. Zusätzlich dazu muss man seinen
Gesundheitszustand der letzten beiden Wochen bekanntgeben. Zu den schon im
ganzen Land großflächig verteilten Kameraanlagen kommt auch noch, dass man der
Software dauerhaft seine Standortdaten bekanntgeben muss. Welche Daten genau
noch aufgezeichnet werden und wohin diese kommen ist nicht bekannt. Eines weiß
man, dass die Daten an die Behörde für Epidemie Prävention und -kontrolle
weitergeleitet werden. Somit kann diese Behörde jederzeit herausfinden wo sich
eine Person befindet und mit wem sie sich trifft. Laut der „New York Times“
werden die Standortdaten auch an die Polizei weitergegeben. Wenn man dem
Tracking aus dem Weg gehen möchte, ist dies nicht möglich. Denn der Code wird
nun im Alltag benötigt.

China möchte mit diesem Vorgehen einerseits weiterhin die Zahl der
Neuinfizierten eindämmen und andererseits die Arbeit bei den Unternehmen wieder
aufgenommen werden. Kritiker allerdings fürchten, dass die Regierung auch
versucht diese Situation auszunutzen und die Überwachung weiter auszubauen. Acht
der Top 10 am meisten überwachten Städte befinden sich in China. Dadurch wird
deutlich, dass China sehr viel Wert darauf legt ihre Bürger zu überwachen. Man
kann aber auch nicht außer Acht lassen, dass London auf Platz sechs und Atlanta
(USA) auf Platz 10 steht.

Quellen
Themen:
China’s Health Code:
https://www.handelsblatt.com/technik/digitale-revolution/digitale-revolution-chinas-code-system-wie-die-coronakrise-zu-noch-mehr-ueberwachung-fuehrte/25653166.html?ticket=ST-1014927-7oTbygeQSSZsdOEvmXY0-ap3
(21.04.2020)
Home-Office: https://www.karriere.at/blog/home-office.html (27.04.2020

Bilder:
HealthCodeKontrolle.jpeg: https://www.globaltimes.cn/content/1181828.shtml
(22.04.2020)
HealthCodes.jpg:

Alipay developed China’s national health code rating system


(22.04.2020)
HomeOffice.jpg:
https://pixabay.com/de/photos/home-office-arbeitsplatz-büro-336377
[https://pixabay.com/de/photos/home-office-arbeitsplatz-b%C3%BCro-336377]
(27.04.2020)

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